Hattingen • Mittelalterliche Stadt im Ruhrgebiet

Hattingen • Mittelalterliche Stadt im Ruhrgebiet

Hattingen • Mittelalterliche Stadt im Ruhrgebiet 1920 1080 Madlen

Seit Wochen war ich erkältet und hatte diese dumpfe Gefühl in meinem Kopf. Das Wetter passte dazu: Nicht kalt, nicht warm, keine Sonne, kein Schnee. Nichts. Nur grau, grau, grau. Wie sehr sich auf das Gemüt auswirkt merkt man erst wenn man kurz vor einer Winter-Depression ist.

Da kamen die ersten Sonnenstrahlen, die das Thermometer in de Höhe schießen ließen, gerade rechtzeitig. Glückshormone durchfluteten uns. Wir hatten Hummeln im Hintern, wollten die Sonne genießen und suchten einen Grund etwas zu unternehmen. Irgendwann hatten wir uns mal vorgenommen unsere Heimat zu erkunden. Auch wenn man schon lange an einem Ort lebt, gibt es immer etwas zu entdecken. Für mich als Wahldortmunderin gibt es sowieso unzählige weiße Flecken im Ruhrgebiet. Also los!

Nach einem kurzen Blick in eine meiner liebsten Inspirationsquellen für Dortmund und drumherum, das Buch Endlich Dortmund* und wir entschieden uns für eine Fahrt nach Hattingen. Eine Stadt von der wir nur das Schild auf der Autobahn kannten.

Keine 30 Minuten später standen wir in der Altstadt und zwischen all den Sonntagsspaziergängern fielen wir gar nicht auf. Auch wenn alles geschlossen hatte, steppte der Bär. Hattingen ist wohl eine Stadt zum spazieren, flanieren und Schaufensterbummeln.

Hattingen • Ein paar Fakten

Im Zentrum von Hattingen verbirgt sich eine wunderschöne Altstadt, die teilweise bis zu 600 Jahre alt ist.

Ganze 150 schwarz-weiße Fachwerkhäuser gibt es in der Altstadt, die durch ständige Sanierung die vielen Jahrhunderte überlebt haben. Hier und da sind uns einige „gerade“ Häuser aufgefallen, sie wurden erst vor einigen Jahrzehnten erbaut, aber passend zum Rest gestaltet.

1960 sollte eine Flächensanierung stattfinden, die Bevölkerung sprach sich aber (Gott sei dank!) dagegen aus, sodass die historische Altstadt erhalten blieb. Unvorstellbar das man so eine schöne Stadt einfach abreißen wollte, oder?

Hattingen • Schiefe Häuser und mittelalterliches Flair

Die mittelalterliche Atmosphäre hat uns von der ersten Sekunde an begeistert. So viele Fachwerkhäuser haben wir noch nie gesehen. Einige haben bunt bemalte Türen und Giebel, andere sind ganz schlicht und schmücken sich nur mit duftenden Blumen oder einer gemütlichen Holzbank neben der Haustür.

Ein paar unserer Highlights zeigen wir dir nachfolgend etwas genauer.

Tipp: Parken konnten wir am Sonntag völlig umsonst im „Altstadt Parkhaus“ in der Augustastraße. Das Parkhaus ist ausgeschildert und einfach zu finden.

Das Bügeleisenhaus

Das Bügeleisenhaus in Hattingen

Ein recht eigenwilliges Gebäude ist das sog. Bügeleisenhaus. Durch mangelnden Platz ist es unten sehr schmal und mit jeder Etage wird es etwas breiter. Ein bisschen sieht es wirklich aus wie ein Bügeleisen. Im Gebäude befindet sich derzeit das Heimatmuseum indem du Exponate „Made in Hattingen“ bestaunen kannst.

Tipp: Neben dem Haus befindet sich das Tourismus-Büro, hier kannst du dir einen Routenplan abholen der dich durch die Altstadt führt. Entweder im Büro oder außen in einem Kasten gibt es die Flyer.

Stolpersteine in Hattingen

Vor dem Bügeleisenhaus fanden wir auch einen sogenannten „Stolperstein“. Mir sagte das bis dahin gar nichts, aber dir sind diese kleinen goldenen Steine mit Gravur vielleicht schon einmal aufgefallen? Es handelt sich dabei um Mahnmale, auf denen der Name von Menschen steht, die in der Zeit der Nationalsozialismus verfolgt, deportiert oder ermordet worden sind. Die Steine sind nicht nur Erinnerung sondern auch die Markierung für den Ort, an denen die Opfer entführt worden sind. Meist liegen sie so zentral, dass es schwer zu glauben ist, man hätte davon nichts mitbekommen (der erste Stolperstein wurde übrigens vor dem Kölner Rathaus verlegt).

Die St. Georgs Kirche

Der schiefe Turm der St. Georgs Kirche fällt schon von weitem auf. Erklärungen zufolge wurde er extra so gebaut um sich gegen den Wind (der dort wohl nur aus einer Richtung kommt) zu stützen und somit nicht beschädigt zu werden. Die ersten Grundmauern wurden im 8. und 9. Jhd. erbaut, aber die Kirche wurde einige Male zerstört und wieder aufgebaut.

Wir sind eigentlich nicht sehr an Kirchen interessiert, werfen aber manchmal doch einen Blick hinein. Und wir müssen sagen, dass sie uns von innen total gut gefallen hat. Einfach, elegant und hell und nicht wie manch andere, voller Protz und Gold. Die Decke ist voller Sterne, die alle einen Wert verkörpern – ein schönes Symbol.

Hattinger Innenstadt schiefer Turm

Tipp: Der Glockenturm kann bei vorheriger Absprache besichtigt werden.

Die Kirche St. Georg in Hattingen von Innen

Der Kirchenplatz

Auch der Platz auf dem die St. Georg Kirche sich befindet ist sehr schön. Viele kleine Geschäfte und Lokale sehen sehr gemütlich und einladend aus. Im Sommer würden wir hier gerne ein kaltes Bier und eine Pizza genießen. Müssen wir wohl nochmal herkommen.

Kirchplatz Hattingen

Burg Blankenstein

Burg Blankenstein in Hattingen

Einen kleinen Abstecher zur Burg Blankenstein (am besten zum Sonnenuntergang) solltest du dir nicht entgehen lassen. Der Turm der Burg kann umsonst bestiegen werden und bietet einen richtig schönen Blick auf die Altstadt und das grüne Umland. Zur Burg gehört ein Restaurant, falls dich Hunger oder Durst plagt.

Tipp für Schleckermäuler: Zuckersüßes und lecker klebriges Gelati gibt es im Eiscafe Filippin, direkt um die Ecke.

Stadtführungen

Hinter jeder Ecke und Gasse verbirgt sich ein weiterer schöner Platz, uralte Häuser, urige Kneipen oder ein interessantes Geschäft. Wenn du dich mehr für die Geschichte der Gebäude und Plätze interessierst, dann kannst du jeden Samstag um 15 Uhr an einer Stadtführung teilnehmen. Treffpunkt ist am alten Rathaus. Größere Gruppen sollten sich vorher anmelden.

Mehr Infos gibt es hier: Hattingen Marketing

Wirtshaus in Hattingen

Unser Fazit

Wow, was für eine hübsche Altstadt Hattingen doch hat. Nie hätten wir gedacht, dass es SO etwas in unserer Nachbarschaft gibt. Es lohnt sich wirklich mal in seinem eigenem Kosmos nach kleinen Ausflugszielen Ausschau zu halten. Es muss nicht immer die Ferne sein, unsere Heimat hat mehr zu bieten als wir manchmal glauben.

Wir werden unsere freien Wochenenden jetzt verstärkt darauf verwenden auch mal unseren geliebten Ruhrpott näher zu entdecken, oder auch mehr von Deutschland! Mal sehen worauf wir Lust haben. Wenn du Tipps für uns hast, gerne damit in die Kommentare.

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Madlen

Ich bin Anfang 30, lebe und arbeite als Webdesignerin in Dortmund. Zusammen mit Ben erkunde ich die Welt, trotz Vollzeitjob.

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