Lyon ist eine wahnsinnig tolle Stadt. Lyon ist modern und traditionell zugleich. Lyon liebt Kunst und vor allem richtig gutes Essen. Fast ein bisschen wie Paris, nur weniger touristisch und viel viel entspannter. Wir hatten diese Stadt nie so richtig auf dem Schirm, dass schicke Paris hat uns bis dahin immer mehr interessiert. Völlig zu unrecht! Lyon steht Paris in nichts nach.

Wir verraten dir unsere absoluten Highlights und Tipps für Lyon. Was muss man hier gesehen haben? Gibt es hier überhaupt was zu sehen? Das haben wir uns vorab auch gefragt und deshalb diesen kleinen Guide für dich zusammengestellt.

Aber, warum sind wir eigentlich nach Lyon geflogen?

Nur durch einen Zufall verschlug es uns für vier Tage nach Lyon. Eigentlich planten wir einen Flug nach New York, aber dann, dann passierte das was wir für unmöglich gehalten haben. Die Airline ging pleite! Tja, Geld weg, Flüge weg – einfach nur richtig mies. Aber wir wollten trotzdem weg, also suchten wir nach günstigen Alternativen. Wir fanden: Blind Booking! Das bedeutet, man bucht einen Flug, ohne zu wissen wohin es geht. Per Zufall bekommt man dann ein Ziel zugelost. Lyon in unserem Fall.


Inhaltsverzeichnis

  1. Die besten Ausblicke in Lyon
    1. Die Basilika Notre-Dame de Fourviere
    2. Auf dem Hügel La Croix-Rousse
    3. Die Traboules
  2. Kunst in Lyon
    1. Kunst in der Tiefgarage
    2. Wandbilder
    3. Streetart
    4. Künstlermarkt
    5. Miniatur-Museum
    6. Naturkundemuseum
  3. Entspannen in Lyon
    1. Stadtpark
    2. Die Flüsse
  4. Essen & Trinken in Lyon
  5. Fortbewegung in Lyon

1. Die besten Ausblicke in Lyon

Die Basilika Notre-Dame de Fourviére

Die Basilika ist das Wahrzeichen und bester Aussichtspunkt der Stadt. Die Türme der Basilika konnten wir von überall in der Stadt schon sehen, denn sie liegt auf einem Hügel über der Stadt. Man muss zum Glück auch nicht den ganzen Hügel hochlaufen, sondern kann mit der Seilbahn (Funiculaire) nach oben fahren. Sie fährt alle paar Minuten von der Metrostation Vieux Lyon.

Neben der Basilika gibt es ein Aussichtsplateau, von wo man weit über die Grenzen Lyons hinaus blicken kann. Bei richtig gutem Wetter soll man sogar bis zum Mont Blanc schauen können. Tagsüber ist hier aber immer extrem viel los. Wir sind hier spontan nachts hingefahren und hatten die Aussicht fast für uns ganz allein. Die glitzernde Stadt von hier oben aus zu beobachten, ist wirklich einmalig.

Wo: Fourviére, 8 Place de Fourvière
Wie: Metrostation Vieux Lyon, weiter mit der Seilbahn F2 nach Fourvière

Basilika Norte-Dame auf dem Hügel Fourviere in Lyon
Das ist kein Schloß auf dem Hügel, sondern die Basilika Norte-Dame auf dem Hügel Fourviere.
Lyon bei Nacht vom Hügel Fourviere.
Lyon bei Nacht vom Hügel Fourviere.

Lyon bei Nacht

Auf dem Hügel von La Croix-Rousse

Das Stadtviertel Croix-Rousse liegt ebenfalls auf einem Hügel. Also bestens geeignet um sich die Stadt aus einer anderen Perspektive anzuschauen!

Man kann vom Rathausplatz (Metro: Hôtel de Ville) bis zum Plateau des Croix-Rousse ganz gemütlich hoch laufen. Über die Montée de la Grande Côte! So nennt sich die kleine Straße, die sich über viele viele Treppen den Hügel hochwindet. Ist aber null anstrengend weil die Treppen nicht sehr steil sind und es soviel zu gucken gibt. Apropos „gucken“: Wirf unbedingt einen Blick in die kleinen Seitenstraßen! Jede Menge ausgefallener Boutiquen, Galerien und süße Cafés wirst du hier finden, mit teilweise ungewöhnlichem Angebot. Früher mal das Arbeiterviertel, gilt es jetzt als das kreative Künstlerquartier.

Folgst du der Montée, erwartet dich am Ende ein kleiner Park, der Jardin de la Grande Côte. Direkt darüber befindet sich eine Terrasse mit einem tollen Ausblick.

Alternativ kannst du natürlich auch mit der Metro hochfahren.

Wo: Hügel von Croix-Rousse51 Rue du Bon-Pasteur
Wie: Metrostation Croix Rousse

Ausblick auf die Lyoner Altstadt vom Hügel Croix-Rousse
Ausblick auf die Lyoner Altstadt vom Hügel Croix-Rousse
Die Basilika Norte-Dame de Fourviere.
Im Hintegrund sieht man die Basilika Norte-Dame de Fourviere und den Mini-Eifelturm.

Die Traboules

Eine andere Art von Ausblick, oder eher Einblick, sind die Traboules. Die Traboules sind eine Lyoner Besonderheit. Es sind geheime Durchgänge die Straßenzüge miteinander verbinden. Sie führen durch Treppenhäuser, Innenhöfe und Hausflure. Die Eingänge sehen aus wie normale Haustüren, daher ist es gar nicht so einfach die Zugänge zu finden.

Die meisten gibt es aber in La Croix-Rousse und in der Altstadt Vieux Lyon (vor allem in Saint-Jean und Saint Georges). Also auf ins Abenteuer, verfolge Postboten, rüttel an Haustüren (aber nicht ganz so laut), schau um alle Ecken und finde einen der versteckten Wege durch die Stadt. Ich verspreche dir, es ist superaufregend und macht einfach irre Spaß.

Tipp: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst: Eine Karte aller öffentlichen Traboules kannst du dir im Tourismusbüro holen, damit die Suche auch erfolgreich ist. Bei unserem Besuch wussten wir von dieser Karte nichts, aaalso rüttelten wir an vielen vielen Türen. Ein paar Mal hatten wir sogar Glück.

Wo: Altstadt Vieux Lyon und La Croix-Rousse
Wie: am besten zu Fuß

Traboules in Vieux Lyon
Auf der Suche nach den Traboules in der Lyoner Altstadt Vieux Lyon.
Traboules in Lyon
Ein Traboule mit Himmelblick.
Traboules in Vieux Lyon
Ob man da rein kann?

2. Kunst in Lyon

Kennt ihr das, wenn ihr einen neuen Ort erkundet und plötzlich steht ihr vor einem tollen Wandbild, einem wundervoll bepflanzten Garten oder einfach nur einem richtig schönen Platz?

Selten haben wir eine Stadt mit soviel Liebe zu den schönen Dingen erlebt. Nicht nur in den 22 Museen gibt es super viel zu sehen, selbst im Lyoner „Alltag“ ist Kunst ein wichtiger Bestandteil. Ein paar Entdeckungen wollen wir dir hier zeigen.

Kunst in der Tiefgarage

Das gibt es wirklich nur in Lyon! In einigen Tiefgaragen haben verschiedene Künstler die Orte zu ihrem Eigen gemacht. In der Tiefgarage unter dem Place des Célestins haben die Künstler Daniel Buren und Michel Targe ihr Werk „Drunter und Drüber“ („Sans dessus dessous“) angebracht. Ein sich drehender Spiegel, der die vielen kleinen Rundbogenfenster und Lichter reflektiert. Man muss noch nicht mal in die Tiefgarage hinein gehen, sondern kann durch das Periskop auf dem oberirdischen Platz schauen. Das macht das ganze noch interessanter.

Tipp: Vom Parkplatzwächter erhältst du einen Plan mit weiteren Kunstwerken in Tiefgaragen. Diese sind über die ganze Stadt verteilt, will man alle sehen, muss man ein bisschen Zeit einplanen.

Wo: Place des Célestins, links vor dem Eingang zum Theater geht´s hinab zur Tiefgarage
Wie: Metrostation Bellecour

Tiefgarage Lyon Theater Celestine
Blick in die Tiefgarage.

Wandbilder

Eine weitere Lyoner Besonderheit sind die riesigen Wandbilder, die von der Lyoner Künstlergruppe Cité de la Création seit 1978 die Stadt verschönern. In ganz Lyon gibt es überall die bemalten Hauswände, die von weitem gar nicht als solche erkannt werden. Die Illusion ist perfekt: Von weitem blickt auf eine Treppe auf der gerade getanzt wird, ein Mädchen liest, eine Frau hebt Geld von einem Bankautomaten ab, aber ne! Alles nur gemalt!

Die „Mur des Canuts“ („Wand der Seidenweber“) wurde bereits drei mal erneuert. Jedes mal verändert sich die Szene ein wenig, auch die Figuren wachsen mit und werden älter. Das Wandbild ist so lebendig wie die Menschen aus dem Viertel La Croix-Rousse. Es gehört mit 1200m² zu den größten Wandbildern Lyons.

Dem Künstlerkollektiv gehören inzwischen über 80 Designer an, die weltweit über 670 Murals auf graue Hauswände gezaubert haben. Es geht Ihnen dabei nicht um Anerkennung, sondern dass die Straßenkunst für alle zugänglich ist. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Bilder in Lyon noch nie mit Graffitis beschmiert wurden. Ziemlich cool irgendwie, oder?

Wo: La Croix-Rousse, Boulevard des Canuts/Rue Denfert Rochereau
Wie: Metrostation Hénon

Die "Wand der Seidenweber" - das größte Wandbild in Lyon, Croix-Rousse
Die „Wand der Seidenweber“ – das größte Wandbild in Lyon.

Weitere Fresken und Wandbilder findest du hier:

Streetart

Auch Streetart-Künstler verschönern die gesamte Stadt in allen erdenklichen Formen. Man muss die Augen aber offen halten, denn oft verbirgt sich die Kunst im Kleinen. Wie zum Beispiel die Mosaiks zwischen den Pflastersteinen. Keine Ahnung ob die nur von einem Künstler stammen, oder ob es mehrere gibt. Sie sind uns auf jeden Fall ziemlich oft begegnet.

Einmal im Jahr gibt es ein Streetart Festival, bei dem Künstler aus aller Welt die Wände der Stadt über drei Tage verschönern. Klingt auf jeden Fall richtig gut.

Streetart Lyon Croix Rousse
In La Croix-Rousse entdeckt man überall Streetart..
Mosaik Lyon Croix Rousse
…sogar in so kleinen Ritzen. Diese Mosaike findest du dort überall.
La Croix Rousse
Schon wieder was gefunden 🙂

Der einzigartige Künstlermarkt

Jeden Sonntag findet direkt am Ufer der Saône ein Künstlermarkt, der Marché de la Création, statt. Über 126 Künstler aus 80 verschiedenen Ländern bieten Gemälde, Skulpturen, Radierungen, selbst hergestellten Schmuck und Kleidung an. Der Markt ist in zwei Teile aufgeteilt: Je nachdem wo man anfängt wird man zunächst entweder „dekorative Kunstwerke“ finden, oder eben Kunst die eher für den Alltag ist, also Bekleidung, Taschen und Schmuck aller Art. Die Atmosphäre ist trotz der vielen Besucher super entspannt. Die Künstler schenken einem ein Lächeln und geben sehr gerne Auskunft über die Entstehung ihrer Werke.

Der Markt liegt direkt an der wunderschönen Altstadt Vieux Lyon und beginnt bereits um 8 Uhr. Man kann also vorher ein leckeres Croissant in einem der gemütlichen Cafés genießen und danach über den Markt schlendern. Direkt gegenüber, auf der anderen Seite der Saône befindet sich noch ein weiterer Markt. Der Markt der Bouquinisten. Hier kannst du gebrauchte Bücher kaufen oder einfach mal zum Staunen vorbei schauen. Hier gibt es total historisch aussehende Werke, vielleicht auch ein schönes Andenken?

Wir fanden den Markt richtig toll, aber wir mögen auch Kunst und Design sehr. Wenn du auch eine Affinität dazu hast, ganz klare Empfehlung: Schau hier vorbei!

Wo: Altstadt Vieux Lyon, Quai Romain Rolland
Wann: Jeden Sonntag, Von 8 bis 13 Uhr
Wie: Metrostation Vieux Lyon, von da aus sind es noch 5 min. zu Fuß

Vieux Lyon, Künstlermarkt an der Saône.
Jeden Sonntag findet an der Saône der Künstlermarkt statt.
Vieux Lyon, Kunstmarkt am Sonntag
Verschiedenste Künstler verkaufen Ihre Werke.

Das Miniatur-Museum

Genau genommen ist das Musée de Miniatures et Cinéma ein Museum für Miniaturen und Filmrequisiten! Auf insgesamt acht Etagen gibt es echt spektakuläre Dinge zu sehen. Also wirklich toll! Von Außen würde man niemals denken, dass sich in den Räumen so unfassbar tolle Stücke verbergen!

Also, was gibt es denn jetzt hier so tolles zu sehen?

Im Keller geht´s los, hier wurden die originalen Filmsets von „Das Parfum“ wieder aufgebaut. Verschiedene TV-Monitore übertragen eine Art Making-Of der Kulissen – ganz interessant.

Auf den nächsten vier Etagen erwarten dich dann abgetrennte Arme, blutende Tiere und Alienbabys aus verschiedenen Filmen der 80er und 90er Jahre, aus Akte X z.B.! Dann gibt es Kostüme aus Spiderman, Die Tribute von Panem, RoboCop und und und. Die sehen ganz schön unspektakulär von nahem aus kann dir sagen. Weiter oben gibt´s dann richtig krasse Figuren: Roboter-Tiere aus Star-Wars, Gremlins und Men in Black. Ein 3m (geschätzt) riesiger Alien aus einem der Alien-Filme aus der 90ern steht da auch bei gruseliger Musik rum.

Miniatur Museum Lyon
Aliens, Gremmlins oder sprechende Delfine!

In den obersten Etagen kannst du dir die Miniaturen ansehen. Sie stellen alle möglichen Alltagsszenen dar, aber es sind immer menschenleere Räume. Die Räume wirken so unfassbar echt, dass die „menschenleere“ Stimmung ein bisschen komisch ist. Viele Lyoner Gebäude, wie zum Beispiel das Theater wurden hier nachgebaut. Viele der Miniaturen sind von Dan Ohlmann, dem Besitzer des Museums. Er ist Innenarchitekt, Dekorateur und eben auch Miniaturkünstler.

Wo: Altstadt Vieux Lyon, 60 Rue Saint-Jean
Wann: Mo.-Fr. 10 – 18:30 Uhr, Sa. & So. 10 – 19 Uhr
Wieviel: 9 € Erwachsene, 6,50 € Kinder, umsonst mit der Lyon CityCard
Wie: Metrostation Vieux Lyon

Miniatur-Museum Lyon
In den kleinen Schaukästen gibt es viel zu Staunen. Die „Zimmer“ sehen so echt aus das man es einfach nicht fassen kann.
Miniatur-Museum Lyon
Sieht total echt aus, oder?
Miniatur-Museum Lyon
Die Künstler haben wirklich liebe zum Detail – unglaublich cool!

Das Naturkundemuseum

Das niegel-nagel neue Musée des Confluences liegt am südlichen Ende der Halbinsel Presqu’île, hier fließen die Flüsse Rhône und Saône zusammen. Das Gebäude wurde erst vor kurzem eingeweiht und ist schon wirklich spektakulär von außen „Wie eine Wolke aus Glas und Stahl, die über dem Wasser schwebt“ habe ich gelesen. Und so sieht es wirklich aus. Ein Kunstwerk an sich.

Musee de Confluence Lyon
Der Strudel im Inneren des Musée de Confluence – „Museum des Zusammenfluß“.

Was kann man hier sehen?

Das Museum widmet sich sowohl den Naturwissenschaften als auch den neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen. Es geht generell um das Menschsein und die Grundfragen von menschlichen Gesellschaften in Raum und Zeit.

Du kannst hier Skelette von Wesen aus längst vergangenen Zeiten sehen und sogar anfassen. Riesige Flugdinosaurier, Mammuts, aber auch schillernde Insekten und ausgestopfte Geschöpfe die du nur aus Fernseh-Dokus kennst. Es ist schon wirklich beeindruckend ganz nah an einem 3Tonnen Wasserbüffel zu stehen. Die präparierten Tiere sehen wirklich unglaublich lebendig aus, total faszinierend.

Neben all den Tieren gibt es auch andere Ausstellungen, die sich mit ganz anderen Themen beschäftigen. Unter anderem wird sich den Lumière-Brüdern und den ersten Cinematographen gewidmet. Oder wie wäre es mit der Gesellschaft der Touaregs? Auch dazu kann man sich hier einiges anschauen. Wir haben dort nur einen kleinen Blick reingeworfen, uns fehlte am Ende ehrlich gesagt die Kraft dazu.

Auf die Dachterrasse solltest du auch unbedingt, der Blick von ganz oben ist fantastisch. Außerdem kann man im Bistro ein kleines Glas Wein genießen und dabei vom vielen Gucken verschnaufen.

Tipp: Anstatt mit der Metro oder Tram zu fahren – nimm das City Boat „Confluence“! Gemütlich von der Altstadt hinüber schippern, dass hat doch Stil. Die Fahrt von der Innenstadt dauert ungefähr 30 Minuten und man ganz viel Lyon gucken.

Wo: südl. Ende der Halbinsel, 86 Quai Perrache
Wann: Di.-Fr. 11-19 Uhr, Sa. & So. 10-19 Uhr, Do. bis 22 Uhr
Wie: Tram T1, Musée de Confluences / Confluence Boat

Musee de Confluence in Lyon. Dinosaurier Skellett
Uralte Zeitzeugen kannst du aus nächster Nähe anschauen – manche sogar berühren.
Musee de Confluence in Lyon. Schmetterlinge und Nachtfalter
Nachtfalter, Schmetterling, schillernde Käfer, riesige Ameisen. Wahnsinn was die Natur für Schönheiten hervorbringt.
Musee de Confluence in Lyon. Wildtiere
Viele exotische Tiere kannst du dir aus nächster Nähe anschauen. Manche sehen so lebendig aus als würden sie gleich loshüpfen wollen.

3. Entspannen in Lyon

Der Stadtpark

Wenn du mal ins Grüne willst, ist der Parc de la Tête d´Or der beste Ort in Lyon. Er ist wirklich wunderschön und hat richtig viel zu bieten. Riesige Wiesen zum Picknicken und Faulenzen, ein großer See auf dem man Ruderboot fahren kann und einen frei zugänglichen Zoo. Dann gibt es noch ein Rosarium, einen botanischen Garten, Minigolf, Ponyreiten und und und.

Wir sind hier ursprünglich hingefahren, da wie gehört haben, dass es hier freilaufende Wildtiere geben soll. Also so richtig ohne Zäune, Tiere hautnah zum Anfassen und ganz nah anschauen. Zäune gab es hier wirklich nicht, dafür aber Mauern, Gräben und Glasscheiben. Vielleicht hatten wir das auch einfach nur falsch verstanden.

Der Zoo ist erstaunlich groß und kann mit deutschen Tierparks mehr als mithalten. Es gibt hier 130 Tierarten, darunter Raubkatzen, viele verschiedene Affenarten und auch Lebewesen die wir bis dahin noch gar nicht kannten. Zum Beispiel die Sandkatze, die sich tagsüber im Wüstensand eingräbt um sich vor der Hitze zu schützen. Total putzig sehen die aus!

Was uns besonders positiv an dem Zoo aufgefallen ist: die gut konzipierten Tiergehege. Die meisten davon, bieten den Tiere superviele Rückzugsmöglichkeiten. Dichte Sträucher, verwinkelte Gehege und ganz viele Versteckmöglichkeiten. Erstaunlicherweise waren die meisten Zoobewohner aber richtige Rampensäue und saßen meistens direkt vorne und schauten sich die staunenden Besucher an, oder schliefen sogar direkt an der Scheibe.

Und das Beste ist, dass der Park einfach völlig kostenlos ist! Auch für den Zoo muss man keinen Eintritt bezahlen. Undenkbar in Deutschland.

Wo: Parc de la tête d’or
Wie: Metrostation Masséna od. Charpennes

Park Lyon
Der Park ist sehr schön und extrem weitläufig. Viele Lyoner verbringen hier ihre freie Zeit
Zoo Lyon Leopard
Die Tiere des Lyoner Zoo zeigen keine Scheu – ganz im Gegenteil! Die meisten scheinen gerne gesehen zu werden.
Zoo Lyon
Fast nah genug zum Anfassen.

Am Ufer der Flüsse

Durch Lyon fliesen die Saône und die Rhône an dessen Ufern man super entspannen kann. Es gibt viele Sitzgelegenheiten, oder man macht es auf dem blank polierten Steinboden bequem. Hier kommt richtig französisches Flair auf, denn hier wird viel gegessen, Wein getrunken und musiziert. Im Sommer ist es sicherlich ein herrlicher Ort (wir waren ja im Oktober hier und es war schön unglaublich schön).

Der Ort eignet sich auch perfekt um die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. In den mittelalterlichen und engen Straßenzügen ist die Sonne schnell nicht mehr zu sehen. Nachts muss es hier auch sehr schön sein, wenn sich die Lichter der Stadt im Wasser spiegeln. Wir haben es auf unserer Reise nicht geschafft bei Nacht herzukommen, aber ich bin sicher es ist ein toller Anblick. Erzähl uns davon, wenn du dort warst!

Lyon Fluss

4. Essen & Trinken in Lyon

Lyon ist ein absolutes Schlaraffenland. Es sei Frankreichs Metropole der kulinarischen Genüsse. Und ja! Wir sind keine großen Foodies, aber in Lyon sind wir auf den Geschmack gekommen. Egal ob beim Bäcker, der Snackbar oder im Restaurant: es war ausnahmslos megalecker!

Nahrungsmittel haben in Lyon einen sehr hohen Stellenwert, fast alles kommt aus der Region. Egal ob Fisch, Fleisch, Gemüse, Käse oder Wein. Alles gedeiht unter französischer Sonne. Es gibt um die 4000 Restaurants in Lyon, einige davon mit Michelin-Stern. Eins ist also sicher: Essen kann man hier!

Trinken übrigens auch, aber am besten eher Wein statt Bier! Der Wein fließt hier auch direkt aus dem Zapfhan und ist eigentlich bei jeder Mahlzeit dabei. Bier wird hier nur in irischen Pubs getrunken, noch nicht mal im Supermarkt gibt es eine nennenswerte Auswahl. Bier ist hier nämlich Importware und daher sehr hochpreisig. Der Wein schmeckt eh viel besser, da auch dieser wieder aus der Region kommt.

Was essen in Lyon?

Ein einfaches, aber wirklich leckeres Gericht, ist der Lyoner Salat! Du wirst ihn in fast jedem Lokal bekommen, er gehört nämlich einfach für die Lyoner dazu. Es ist ein ganz einfacher Salat mit Speckwürfel, Brotwürfeln und einem pochiertem Ei obendrauf. Leeecker!

Eine weitere Spezialität sind die Quenelles. Das sind kleine Klöße, die die Lyoner am liebsten mit Hechtfüllung essen. Sie werden erst pochiert und dann nochmal angebraten. Wir haben bei unserem Besuch keine probiert, aber wenn du weißt wie die Klöße schmecken, schreib uns doch unten in die Kommentare.

Salad de Lyonnaise
Der Salad de Lyonnaise – rustikal, aber wirklich wirklich köstlich!

Die rustikalen Bouchons

Die traditionellen Restaurants in Lyon nennt man Bouchons. Rotkarierte Tischdecken, dunkle Holzmöbel und viel Schnickschnack an den Wänden. Daran erkennt man die rustikalen Lokale wo es deftige, aber feine Küche gibt. Am besten reserviert man hier vorher, sonst sieht es schlecht aus. Die Bouchons sind mittags und abends bis auf den letzten Platz besetzt. Die meisten Lokale haben wir in der Altstadt Vieux Lyon gesehen, aber es gibt natürlich in der gesamten Stadt tolle Adressen.

Ganz billig ist es meist auch nicht, aber dafür gibt es auch richtig gute Qualität und auch geschmacklich kaum zu übertreffende Leckereien.

Vieux Lyon Bouchon
Eins der wenigen Bouchons wo mal nichts los war – Zur Mittags- und Abendszeit ist sonst kaum ein Platz zu bekommen.

Die Märkte

Lyon hat superviele Märkte, über 40 sollen es sein! So ziemlich jeden Tag findet irgendwo ein Markt statt. Es gibt frisches Fleisch, Gemüse und alle möglichen regionalen Produkte. Auch viele Spezialitäten, die für uns eher ungewohnt sind: So gibt es zum Beispiel Fleischer, die nur Innereien verkaufen: Ja genau, Gehirn, Leber und sowas. Zubereitungs-Tipps gibt es auch dazu. Der Marché Saint-Antoine ist der wohl bekannteste. Er findet am Ufer der Saône von Dienstag bis Sonntag statt.

Wo: Cordeliers, Quai St.-Antoine
Wann: Di. – So. 7 – 13 Uhr
Wie: Metrostation Bellecour

Markt in Lyon
Alles frisch! Hier wird nichts importiert. Die Lyoner legen wert darauf, dass Nahrung aus der Region kommt.

5. Fortbewegung in Lyon

Das Verkehrsnetz in Lyon ist nicht ganz so übersichtlich wie in Paris, wo man sich relativ schnell zurechtfindet. Stell dich darauf ein, dass du hier etwas länger nach Bus- und Tram-Haltestellen Ausschau halten musst. Auch in der Metro brauchten wir ein wenig länger, um uns zu orientieren, als in anderen Metropolen.

Spartipp: Die Lyon City Card

Mit der Lyon City Card kannst du alle öffentlichen Verkehrsmittel, also Metro, Tram, Bus und (Achtung!) City Boat UND die Seilbahn benutzen. Du kannst in alle 22 Museen umsonst rein und es gibt jede Menge Vergünstigungen, z.B. für geführte Touren. Die Karte gibt es für 1,2,3 und 4 Tage. Unbedingt online buchen! Hier spart man nochmal ein paar Euros. Ansonsten könnt ihr die Karten auch vor Ort kaufen: Im Tourismusbüro auf dem Place Bellecour.

Wir hatten die 4-Tage-Karte für je 37 Euro und schon nach Tag 2 hatten wir das Geld schon wieder drin. Es lohnt sich also richtig!

Vom Flughafen ins Zentrum kommen

Zwischen dem Flughafen Lyon Saint Exupéry und dem Bahnhof Part Dieu pendelt der Rhône Express alle 15 Minuten. Die Fahrzeit beträgt 30 Minuten, man hält zwischendurch an zwei oder drei Haltestellen. Die Fahrt durch die Vororte ist aber wenig interessant, man kann also ruhigen Gewissens kurz die Augen zumachen, oder die Nase in den Reiseführer stecken.

Ab dem Bahnhof Part Dieu kannst du mit Bus, Tram, Zug oder Metro weiterfahren.

Eine einfache Fahrt mit dem Rhône Express kostet 15,90 €, die Hin- und Rückfahrt 27,50€.

Tipp: Es gibt die Lyon City Card auch inkl. Flughafentransfer, dann sind die Fahrten deutlich günstiger. Der 4-Tages-Pass kostet dann z.B. 57 € statt 37,50 €. Man spart 7,50 € für Hin- und Rückfahrt mit dem Rhône Express.

Bahnhof Rhone Express Lyon Airport
Ab zum Rhone Express!

Metro, Bus, Tram und Seilbahn

Es gibt vier Metrolinien in Lyon, die aber nur im Zentrum zwischen 5:00 und 24:00 Uhr unterwegs sind. Fünf Tram-Linien, die oberirdisch ähnliche Strecken fahren wie die Metro.  Die zwei Seilbahnen (Funiculaire) fahren von der Altstadt hinauf zu dem Hügel Fourviere. Dann gibt es noch ca. 130 Buslinien und ein paar Nachtbusse.

Hier findest du alle Streckenpläne.

Die Kosten sind für alle öffentlichen Verkehrsmittel gleich. Man kann Tickets am Automaten, im Kundencenter oder auch beim Fahrer kaufen. Alle Tickets sind eine Stunde gültig und man kann damit auch in andere Verkehrsmittel umsteigen.

Einzelticket: 1,80€, Einzelfahrschein /2-Stunden-Ticket: 3€, Abend-Ticket (gültig ab 19 Uhr): 3€, Tages-Ticket (24h): 5,60€, 2-Tages-Ticket (48h): 11€, 3-Tages-Ticket (72h): 15€, Seilbahnticket: 2,80€, 10er Ticket: 16,60€, Kinder unter 4 Jahren fahren umsonst

Tipp: Tickets immer am Automaten kaufen! Beim Fahrer geht das auch, ist aber teurer.

Seilbahn Funiculaire Lyon
Wir haben mal in die Fahrerkabine der Seilbahn gelunzt.

Fahrrad fahren in Lyon

In Lyon gibt es an jeder Ecke Fahrrad-Leihstationen, die Velo’v. Du kannst dich an jeder Station mit einer Kreditkarte am Automaten registrieren.Dann kann´s losgehen: Fahrrad nehmen, fahren und einfach an einer anderen Station wieder abgeben. Die Miete für die Dauer der Nutzung wird vom Konto abgebucht. Es gibt Tagestickets für 1,3 und 7 Tage.

In Lyon gibt es viele Radwege, vor allem an der Rhône kann man sehr schön entlangradeln. Seit kurzem gibt es einen fast 2km langen Öko-Tunnel nur für Radfahrer, Fußgänger und Hybridbusse. Er nennt sich The Tube. Und da wir hier in Lyon sind, ist auch dieser Tunnel wieder ein Kunstprojekt: spannende Videoprojektionen wurden hier angebracht, die vor allem stressmindernd wirken sollen. Wir waren leider nicht hier, da dieser Tunnel irgendwo ganz weit hinten im Reiseführer stand und wir diese Seite jetzt erst gefunden haben.

 


Unser Fazit zu Lyon

Wir hätten niemals gedacht, dass Lyon so schön ist. Wirklich nicht. Hier könnten wir uns fast vorstellen etwas länger zu bleiben. Eine Stadt die modern und traditionell zugleich ist. Das Essen ist hier auch unschlagbar gut, egal ob schnödes Baguette vom Bäcker oder reichhaltiger Traditions-Salat – alles, einfach alles schmeckt richtig gut! Dann noch die unendlich vielen Märkte, auf denen man sich nicht an den tollen Angeboten sattsehen kann. Hach, ich könnte noch ewig weiter schwärmen.

Wir können dir diese Stadt wärmstes empfehlen, sei es für ein Wochenende, zwei Wochen oder ein Jahr. Hier kann man einfach richtig gut entspannen und die Seele baumeln lassen. Daumen hoch für Lyon!

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