Ein ganz besonderes Geschenk

In diesem Jahr bekomme ich mein Geburtstagsgeschenk ein paar Wochen früher als gedacht: Madlen hat eine Reise in die spanische Hauptstadt Madrid für uns organisiert! Und das war noch lange nicht die einzige Überraschung. Nicht nur, dass wir absolut begeistert von der Metropole und Ihren Bewohnern sind, wir haben auch eine ganze Reihe cooler Dinge erlebt und wundervolle Orte besucht.

Anfang September ging es also los. Wir sind von Düsseldorf, mit Iberia, nach Madrid gejettet. Nachdem wir am Flughafen Adolfo Suárez Madrid-Barajas gelandet sind, haben wir uns gleich das Touri-Ticket für den Nahverkehr besorgt. Für fünf Tage in der „Zona T“ haben wir pro Kopf nur 26,80 € gezahlt. Damit konnten wir anschließend alle Metro-Linien einschließlich der, die zurück zum Flughafen fährt und alle Stadtbuslinien nutzen. Optimal. Die Tages- und Mehrtagestickets gibt es für 1, 2, 3, 5 und 7 Tage und können direkt am Airport gekauft werden. Das Metro-Netz in Madrid ist super! Ihr kommt wirklich überall unkompliziert hin.

Unsere Unterkunft in Madrid

Madlen hat bei Airbnb eine einmalig schöne Wohnung gemietet. Viele Elemente der Wohnung sind im Industrial-Design gehalten und trotzdem ist sie unglaublich gemütlich. Eine kleine Küche, der Schlafbereich und das Ess- und Wohnzimmer befanden sich in einem einzigen Raum. Alles war noch sehr neu und für den kleinen Raum super aufgeteilt. Seht selbst:

Unsere Unterkunft in Madrid.
Unsere Unterkunft in Madrid.

Lage der Wohnung

Die Wohnung liegt im schönen Viertel Arapiles in der Calle Lozoya, etwa 2 Kilometer nördlich des Zentrums rund um die Gran Via. Direkt an der Wohnung liegt die Metro-Station Canal – super praktisch! Auch alles andere was wir brauchten lag direkt um die Ecke. Supermärkte, Bäcker, Bars, Restaurants, Imbisse. Alles da.

Wir sind einige Male zufuß von unserer Wohnung aus runter in die Innenstadt gelaufen. Der Weg war immer wieder irgendwie spannend, weil es so unglaublich viele schöne kleine Läden, Bars, Restaurants und gemütliche Gassen zu entdecken gibt.

Unsere Ausflugstipps für Madrid

In den Tagen haben wir total viel erlebt und euch hier eine Auswahl der Sachen zusammengetragen, die uns am besten an der spanischen Hauptstadt gefallen haben.

1. Das Zentrum

Die Gran Via ist DIE Hauptstraße in Madrid. Hier findest du einige der markantesten Gebäude der Stadt. Darunter das Telefonica Gebäude. Als das Haus 1929 fertiggestellt wurde, galt es mit seinen 88 Metern Höhe als einer der ersten Wolkenkratzer Europas. Heute beherbergt das imposante Gebäude ein Museum für Telekommunikation und den Flagshipstore von Telefónica.

Kostenlose Ausblicke

Das sicher bekannteste Bauwerk an der Gran Via ist das Capitol Gebäude mit der riesigen Schweppes Werbung. Sieht ein wenig aus wie ein spanischer Time Square. Wenn du gegenüber in das Kaufhaus El Corte Inglés gehst und dort in die neunte Etage fährst, findest du dort die „Gourmet Experience“. Das ist eine Ansammlung kleiner Lokale und Bars wo ihr nationale und internationale Spezialitäten. Aber das coolste hier oben ist der fantastischen (und kostenlose!) Ausblick über Madrid. Von hier aus hast du den wahrscheinlich spektakulärsten Blick auf das Capitol Gebäude.

Gran Via in Madrid
Das Capitol Gebäude an der Gran Via in Madrid.
Gran Via in Madrid
Und das hier ist der Blick über die Gran Via in Madrid in Richtung Capitol Gebäude. N bisschen wie New York in den 60ern 😀

Shoppen – lieber woanders

Als Gelegenheit zum Shoppen können wir die Gran Via allerdings nicht empfehlen. An dieser prestigeträchtigen Adresse haben sich natürlich allerhand internationale Ketten die besten Lokale gesichert. Hier findet ihr also nichts, was ihr nicht auch in Dortmund auf dem Hellweg oder in der Schildergasse in Köln kaufen könnt.

2. Der größte Park in Madrid

Der größte Park in Madrid ist zugleich der, der sich am besten für einen entspannten Spaziergang, ein Picknick oder einfach einen entspannten Tag eignet. Der Parque del Retiro oder kurz El Retiro war ein absolutes Highlight unserer Reise. Er ist riesen groß, sehr abwechslungsreich und eine echte Oase in der soanischen Metropole.

Im Park El Retiro findet ihr übrigens die so genannte kahle Zypresse. Der mit schätzungsweise 400 Jahren älteste Baum der Stadt.

Retiro-Park
Im Hintergrund der älteste Baum in Madrid. Rund 400 Jahre hat er auf dem Buckel.

Der Kristallpalast

Natürlich befinden sich im El Retiro noch viele andere interessante Dinge. Zum Beispiel der Kristallpalast, der 1887 errichtet wurde um eine Ausstellung mit Pflanzen von den Philippinen zu beherbergen. Heute dient er als imposante Kulisse für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Als wir den Park besuchten, war der Palacio de Cristal leider wegen Umbauarbeiten geschlossen. Sieht aber trotzdem ziemlich schön aus.

Vor dem Kirstallpalast liegt ein künstlich angelegter See in dem Unmengen von Schildkröten leben! Hunderte der Reptilien machen hier den Enten das Brot streitig, dass die Parkbesucher ihnen ins Wasser werfen. Was zur Folge hat, das selbst alle Bewohner ziemlich übergewichtig aussehen.

Kristallpalast im Ritero-Park in Madrid
Der Kristallpalast im Retiro-Park in Madrid wurde 1887 eröffnet.
Schildkröten am Kristallpalast
Der See vor dem Kristallpalast ist voller Schildkröten

Ruderboot fahren

Es gibt noch einen weiteren großen künstlichen See im Park. Den Estanque del Retiro gleich am Monument für Alfons XII. Hier gibt es zwar keine Schildkröten, dafür aber riesige Karpfen. Und davon reichlich.

Du kannst dir hier Boote für 6€ ausleihen um das Monument vom Wasser aus zu bestaunen oder an der kleinen Promenade am Südufer einkehren. Hier findet man viele Imbiss-Stände und Cafés.

Monument für Alfons XII
Das Monument für Alfons XII im Retiro Park.

3. Museo Thyssen-Bornemisza

In der Nähe des Prado befindet sich im Palacio de Villahermosa das Kunstmuseum Thyssen-Bornemisza. Nachdem wir den halben Tag im herrlichen Retiro Park verbracht haben, sind wir in das Museo Thyssen-Bornemisza geschlendert. Hier werden gute 800 Jahre Kunstgeschichte anhand von fast 775 Bildern ausgestellt, die Chronologisch angeordnet sind. Dabei beginnt man am besten im zweiten Stockwerk mit den ältesten Werken aus dem 14. Jahrhundert und arbeitet sich bis bis ins Erdegeschoss hindurch.

Museo Thyssen-Bornemisza
Die Dauerausstellung des Museo Thyssen-Bornemisza.

Wir haben in dem Museum viele Bilder bestaunen können, die wir bisher nur aus dem Kunstgeschichte-Unterricht kannten. Darunter weltberühmte Bilder von zum Beispiel Salvador Dalí, Francis Bacon, Roy Lichtenstein und Pablo Picasso.

Neben der festen Ausstellung des Museums befinden sich im Erdgeschoss wechselnde und zeitlich begrenzte Ausstellungen.

Museo Nacional Thyssen-Bornemisza
Sonderausstellung im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza

Wenn ihr etwas mehr Zeit für den Museumsbesuch einplant als wir – und vor allem nicht so müde seid, wie wir es an dem Tag waren – solltet ihr euch unbedingt den Museumspass besorgen. Damit dürft ihr anschließend für 26,90 € das Museo Nacional del Prado, das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía und das Museo Thyssen Bornemisza besuchen!

Wo: Paseo del Prado, 8
Wann: Täglich 10 – 19 Uhr
Wie: M2, Sevilla
Wieviel: 12 € Erwachsene, Kinder umsonst

4. Mit Einheimisches essen

Gleich in der Nähe der Metro-Station Quevedo im Bezirk Chamberi liegt der Plaza de Olivade. Der runde und verkehrsberuhigte Platz ist ab dem frühen Abend ein sehr beliebter Treffpunkt für Einheimische. Touristen trifft man hier eher selten. Der Platz ist also ein Geheimtipp für alle, die das „echte“ Madrid erleben möchten.

Den Plaza de Olivade zu besuchen lohnt sich wirklich. Auch wenn es voll ist, herrscht eine wunderbar entspannte Stimmung und das Ambiente ist einmalig. Der Platz ist übrigens nur zehn Gehminuten vom beliebten Viertel Malasaña entfernt.

Abends spielen unzählige Kinder in der der Mitte des Platzes Fußball, skaten oder turnen auf dem Spielplatz herum. Rund um den gesamten Platz liegen viele gemütliche Tapaskneipen mit vielen Außenplätzen. Als wir gegen 19:30 Uhr hier ankamen gab es in KEINEM der Lokale mehr einen einzigen freien Tisch für zwei Personen. Du solltest also definitiv früher herkommen, wenn du unter freiem Himmel sitzend die Atmosphäre genießen möchtet. In den Räumlichkeiten der Lokalen war noch alles frei, aber das fanden wir schlichtweg doof. Bei der Hitze wollten wir unbedingt draußen sitzen. Später haben wir auch noch ein Plätzchen gefunden – war nicht ganz so schön, aber war dann auch egal.

Plaza de Olivade in Madrid
Das „Innere“ des Plaza de Olavide in Madrid
Plaza de Olavide in Madrid
Rund um den Plaza de Olavide finden sich gemütliche Tapasbars

5. Festivals in Madrid

Die Madrilener haben einen super Musikgeschmack und im Sommer gibt es hier hammer Festivals. Checkt unbedingt den Festivalplaner!

Mein Geburtstagsgeschenk von Madlen bestand nicht nur aus der Reise nach Madrid. Die war eher das Mittel zum Zweck, denn das eigentliche Ziel war es zum DCODE Festival zu gehen und dort Franz Ferdinand, Liam Gallagher, Interpol, The Kooks und reichlich andere richtig coole Bands live zu sehen. WAAAAS für ein Geschenk 😀 Und bis wir am Eingang standen und ich mein Ticket in die Hand gedrückt bekam hatte ich keine Ahnung, was wir an dem Tag überhaupt machen würden.

DCODE Festival in Madrid
Die beiden Hauptbühnen auf dem DCODE Festival in Madrid

Das DCODE Festival findet an nur einem einzigen Tag auf dem Campus der Universität Complutense Madrid statt. Und wie im Rest der Stadt herrschte auch bei dem Festival eine unglaublich entspannte Stimmung. Es gab kein Gedränge, keine pöbelnden Saufopfer und keine wirklich langen Schlangen, obwohl das Festival mit 25.000 Besuchern ausverkauft war. Als wir zum Sonnenuntergang ankamen haben wir zwar schon einiges verpasst, weil das Festival auch tagsüber viel Programm bietet. Dieses richtet sich allerdings eher an Familien mit Kindern. Und die Headliner treten natürlich auch hier erst zum Schluss auf 🙂

Franz Ferdinand auf dem DCODE Festival in Madrid
Bei Franz Ferdinand hatten wir schon nen guten Blick, aber bei den Kooks, konnten wir entspannt bis kurz vor die Bühne vorgehen.

Auf dem großen Gelände stehen zwei riesige Bühnen direkt nebeneinander, sodass immer etwas los ist. Es gibt noch eine weitere überdachte und kleinere Bühne und einen Bereich in dem jede Menge mobile Imbisse und Cocktailbars stehen. Die üblichen Merch-Stände und so weiter dürfen natürlich auch nicht fehlen.

In Madrid finden über das ganze Jahr hinweg etliche Festivals statt. Wenn du hier bist, recherchiere unbedingt was aktuell für Festival-Termine anstehen, es lohnt sich!

6. Madrids größter Trödelmarkt

Der Trödelmarkt El Rastro ist einer der ältesten und sicherlich der beliebteste Trödelmarkt in Madrid. Der Markt fand schon im 15. Jahrhundert rund um die Calle de la Ribera de Curtidores statt und hat sich einen unvergleichlichen Charme bewahrt. Auf unzähligen Ständen findet ihr neben allerhand Trödel und Antiquitäten auch jede Menge Händler die sich zum Beispiel auf Taschen, Schallplatten, Haushaltswaren, Hüte, Bücher oder andere Dinge spezialisiert haben. Es ist also für jeden etwas dabei. Uns haben besonders die Stände lokaler Künstler gefallen. Hier haben wir zum Beispiel ein Bild aus Laub ergattert.

Ihr solltet so früh wie möglich auf den Markt fahren. Die Stände auf dem Rastro öffnen schon früh am Morgen und schließen zwischen 14 und 15 Uhr. Besonders die Mittagszeit sollte man meiden, denn dann gibt es kaum noch ein Durchkommen.

Nehmt möglichst keine wichtigen Unterlagen oder Wertgegenstände mit auf dem Markt. Der Rastro gilt als ein Paradies für Taschendiebe.

Wo: Ab zur Metrostation La Latina, von hier aus einfach Richtung Süden über den Plaza de Cascorro die Calle de la Ribera de Curtidores hinunterschlendern. Und dabei immer einen Blick in die Seitenstraßen werfen! Hier findet ihr nämlich auch noch einige Stände.
Wann: Jeden Sonn- und Feiertagen von 09:00 bis 15:00 Uhr.
Wie: M5, La Latina

Trödelmarkt El Rastro in Madrid
Der Trödelmarkt El Rastro in Madrid

 

7. Der Nordwesten von Madrid

Im Westen und Nordwesten von Madrid gibt es fern ab der Gran Via viele Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Museen, ein gewaltiger Park, ein Aussichtsturm, eine Seilbahn und und und. Aber eins nach dem anderen.

Der Aussichtsturm Faro de Moncloa

Der 92 Meter hohe „Moncloa-Leuchtturm“ sieht ein bisschen aus wie ein UFO, bietet aber eine spektakuläre 360 Grad-Aussicht über Madrid. Im Hintergrund des Stadtgebietes ist von hier oben sogar die Guadarrama-Gebirgskette zu erkennen. Auf der großen Aussichtsplattform des Turms sind Tafeln angebracht, die über die einzelnen Gebäude, Landmarken und die Stadtentwicklung informieren.

Faro de Moncloa im Nordwesten von Madrid
Der Faro de Moncloa von unten
Faro de Moncloa in Madrid
Die Sicht vom Faro de Moncloa in Richtung Gran Via

Ich fand besonders cool, dass der Lift außen am Turm hinauffährt. So hat man echt das Gefühl abzuheben, um über den Dächern der Stadt zu schweben.

Wo: Avenida, Arco de la Victoria , 2
Wann: Di. – So. 09:30 – 20:00 Uhr
Wieviel: Erwachsene 3,00 €, Kinder 1,50 €
Wie: M3, M6, Moncloa

Seilbahn im Stadtpark

Keine 10 Minuten vom Aussichtspunkt Faro de Moncloa entfernt findest du die Station der Seilbahn Teleferico de Madrid. Von hier aus kannst du mit der Seilbahn mitten in den riesigen Stadtpark Casa de Campo fahren. Der soll richtig schön sein und vor allem von den Madrilenern am Wochenende zum Picknicken bevölkert sein.

Nach unserem Besuch auf dem Aussichtsturm wollten wir dort unbedingt noch vorbei und den Sonnenuntergang über der Stadt sehen. Wir waren aber zu spät dran, die Seilbahn hatte leider schon geschlossen. Solltet ihr rechtzeitig hier sein, steigt unbedingt ein und berichtet uns wie es war!

Wo: Paseo del Pintor Rosales
Wann: 11:00 – 19:00 Uhr, im Winter aber zeitweise geschlossen, schaut am besten vorher nochmal auf der Webseite
Wieviel: One Way 4,20 €, Hin- und Rückfahrt 5,90 €
Wie: M6, Puerta del Angel

Museen

Am Fuße des Aussichtsturms Faro de Moncloa befinden sich auch noch zwei Museen. Das Museum of the Americas stellt mit rund 25.000 Exponaten eine riesige Sammlung archäologischer Fundstücke und Kunstwerke aus Nord- und Südamerika aus. Und gleich um die Ecke widmet sich das Museo del Traje der Kostüm- und Trachtenmode sowie der Textilproduktionstechnik. Hier lassen sich historische und zeitgenössische Kleider bestaunen, wobei die ältesten aus dem 16. Jahrhundert stammen.


Mein Fazit zu Madrid

Die Reise nach Madrid, unsere Unterkunft, der Besuch auf dem DCODE Festival und alles drum herum waren einfach perfekt und damit das wohl schönste Geschenk, das ich je bekommen habe.

In nur fünf Tagen haben wir eine unglaublich abwechslungsreiche Stadt mit authentischen und hilfsbereiten Menschen drin erlebt und lieben gelernt. Wir haben hervorragendes Essen genossen, beeindruckende Architektur bestaunt (alles ist riesig hier!) und ausgelassen mit den Madrilener Studenten gefeiert. Lass euch diesen schönen Flecken Erde nicht entgehen!

Wie sehen eure Erinnerungen an Madrid aus? Haben wir das wichtigste verpasst? Schreibt uns eure Fragen, Tipss und Ideen in die Kommentare!

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