Wie du trotz Job viel reisen kannst

Wie du trotz Job viel reisen kannst

Wie du trotz Job viel reisen kannst 1920 1281 Madlen

Wie kann ich möglichst viel reisen?

Ganz oft werden wir gefragt, wie wir das so machen. Dass mit dem vielen Reisen. Wir haben ganz normale Jobs und nicht viel mehr Urlaubstage als andere.

Wir haben 28 (Ben) und 30 (Madlen) Urlaubstage. Auf Reisen waren wir aber ganze 52 Tage!

Wir haben die Urlaubstage nicht aus dem Hut gezaubert, sondern hier und da gut geplant. Und wer uns kennt, weiß: Wir sind alles andere als strukturierte Planungsprofis! Als Kreativköpfe liegen uns andere Dinge jedenfalls besser. Also, wenn wir das hinbekommen, dann schafft das ausnahmslos jeder!

Wie auch du deine Zeit mit mehr Urlaub verbringen kannst, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Mehr als du denkst! Niemand ist im 24-Urlaubstage-Hamsterrad gefangen! Klar, du kannst jetzt nicht einfach mehr Urlaub machen, als dir gesetzlich zusteht, aber mit ein paar simplen Tricks kann jeder sehr viel mehr reisen, als er glaubt.

Und so geht‘s:

Plane Urlaubstage gut und frühzeitig

Das kennen wir alle. Das neue Jahr steht vor der Tür und das bedeutet für uns: Brückentagskalender von vorn bis hinten checken.

2018 gibt es wieder einige günstige Brückentage. So ist es möglich, Urlaubstage zu sparen oder an langen Wochenenden wie z.B. Ostern oder Pfingsten einen Kurztrip zu unternehmen.

Jetzt heißt es nur noch, sich mit den Kollegen gütlich zu einigen und hoffen das man möglichst viele Brückentagen nehmen kann.

Lange voraus planen ist für uns eigentlich gar nichts, aber es macht schon Sinn möglichst früh damit zu beginnen. So kannst du dir nicht nur die besten Brückentage nehmen, sondern hast auch genügend Zeit günstige Flüge zu finden, Reisedokus zu schauen und Blogs zu lesen 🙂

Weihnachten und Ostern bieten sich immer ganz besondern an. Man hat für geringen Urlaubstagseinsatz das Maximum an Freizeit. Allerdings steigen in dieser Zeit natürlich auch immer die Preise von Airlines und Hotels.

Überstunden sammeln

Manche Unternehmen bieten an, Überstunden auf einem Zeitkonto zu sparen. Wenn du Glück hast, kannst du diese in freie Tage umwandeln!

Arbeitszeitkonto

Wenn es dein Vorgesetzter zulässt, dann sei fleißig und arbeite vor! Du könntest ja zum Beispiel jeden Tag eine halbe Stunde länger arbeiten, das wären in der Woche 2,5 Stunden. Auf den Monat hochgerechnet sind das schon 10 – 12,5 Stunden! Mehr als ein Urlaubstag!

Regelungen

Wenn du dir unsicher bist, wie es in deinem Unternehmen geregelt ist, solltest du einen Blick in deinen Arbeitsvertrag werfen. Hier ist die maximale Anzahl von Überstunden geregelt, diese sollte in der Regel nicht überschritten werden. Es kann sein, dass der Abbau von Überstunden in deinem Unternehmen nicht erlaubt ist. Dann muss dir dein Chef aber deine Überstunden auszahlen.

Was sagt das Gesetz dazu?

Im Arbeitsgesetz ist festgehalten, dass dein Arbeitgeber über den Abbau deiner Überstunden entscheiden kann. Machen aber die wenigsten. Er ist gesetzlich dazu angehalten im Sinne des Unternehmens zu handeln. Heißt soviel wie, wenn du gerade dringend gebraucht wirst (Weihnachtsgeschäft, Saisongeschäft) kann er eine andere Art des Abbaus vorschlagen.

Mache Kurztrips!

Sei Spontan! Integriere kleine Ausflüge in deine Wochenendpläne. Du könntest dich zum Beispiel am Freitag nach deinem Feierabend ins Auto schwingen und einfach drauf losfahren.

Verbring dein Wochenende irgendwo anders: Zelte an einem schönen See, übernachte in einer fremden Stadt, oder mache eine kleine Wandertour in deiner Umgebung. Es muss nichts wildes sein. Ein kleines Abenteuer vor der Haustür kann dich genauso glücklich machen, wie eine Safari in Namibia.

Wir wohnen recht nahe an den Niederlanden. Also fahren wir über das Wochenende manchmal spontan ans Meer oder ins hippe Amsterdam. Um dein Fernweh zu stillen, ist es absolut notwendig. Du wirst sehen, es fühlt sich wie Urlaub an. Auch wenn es nur zwei Nächte sind.

Artikel-Empfehlung: 5 Ausflugstipps in und um NRW

Du hast kein Auto? Das ist kein Grund nicht zu verreisen!

Woanders mitfahren

Nutze z.B. Mitfahrgelegenheiten* um zu reisen. Als Mitfahrer, oder Fahrer. Du reist günstig, schnell und lernst nebenbei noch nette Leute kennen. Haben wir früher ständig gemacht und können es nur empfehlen.

Zug oder Bus

Oder etwas klassischer: Per Zug oder Bus durch Deutschland! Fahrten in unsere Hauptstädte sind kein Problem: Dresden, Berlin, Hamburg, München, Köln, oder oder oder! Es gibt so viele schöne Städte in Deutschland, die alle entdeckt werden wollen. Die Deutsche Bahn bietet immer wieder super  Sparpreise*  an, so dass du für knapp 30€ per ICE durch ganz Deutschland fahren kannst.

Der Thalys hat auch immer mal wieder Schnäppchenzeit! In knapp einer Stunden kannst du von Aachen nach Belgien fahren.

Fliegen

Als dritte Option bieten sich Flüge in benachbarte Länder an. Paris, Amsterdam oder Salzburg sind nur eine Flugstunde entfernt und wenn man es gut anstellt hat man zwei volle Tage in einer schönen Stadt. Fliegen kann sogar günstiger sein als manche Fahrt mit der Bahn.

Verlängere deine Dienstreise!

Du bist beruflich auch mal auf Dienstreise? Prima, dann kannst du das Berufliche direkt mit privatem verbinden.

Ein paar Stunden

Wenn nach deinem Termin noch ein bisschen Zeit, lohnt sich eine kleine Stadtbesichtigung, ein Kaffee in einem kleinen Lokal oder in einen schönen Park.

Wenn ich mal auf Dienstreise muss, dann reise ich meist mit dem Zug. Mein Arbeitgeber bucht i.d.R. ein Flexticket bei der Deutschen Bahn. So kann ich jeden Zug nehmen und bin nicht an einen gebunden.

Ein paar Tage

Sollte dein dienstlicher Termin direkt vor oder nach dem Wochenende liegen, kannst du die freien Tage einfach auch noch vor Ort verbringen. Wenn du Glück hast, zahlt dein Chef auch die An-und Abreise an einem anderen Tag. Sonst schlage ihm/ihr euch die Kosten zu teilen.

Arbeite Teilzeit!

Die einfachste aber zugleich spannendste Variante mehr Zeit zum Reisen zu finden und trotzdem im Job zu bleiben, ist die Teilzeitarbeit. Es gibt unterschiedliche Modelle wie so eine Teilzeitarbeit aussehen kann.

Der Klassiker ist die 30-Stunden Woche. Bei dieser Variante gehst du z.B. 5 Tage für jeweils 6 Stunden arbeiten. Auf den ersten Blick kein wahnsinnig großer Zeitgewinn. Aber auch schon zwei Stunden merh Freizeit am Tag können einen großen Unterschied machen.

Teilzeit Invest

Hierbei arbeitest du ganz normal weiter, hast aber z.B. nur noch einen 80% Arbeitsvertrag. Das bedeutet, du müsstest nur 4 Tage arbeiten, kommst aber ganz normal 5 Tage zur Arbeit. Du würdest in diesem Fall also Woche für Woche acht Stunden auf deinem Langzeitkonto einzahlen und sparen. Diese freien Tage kommen zu deinen Urlaubstagen dazu. Im Jahr kommst du so auf 52 zusätzliche Urlaubstage!

Natürlich verdienst du in dieser Zeit etwas weniger, aber dadurch das dein Brutto geringer wird, zahlst du auch weniger Steuern und somit bleibt prozentual etwas mehr Geld bei dir.

Diese Zeit kannst du dann je nach Absprache wieder ausgeben. Der größte Vorteil ist, dass du im Falle einer langen Reise dein komplettes Gehalt weiterhin erhältst.

Mach einen Bildungsurlaub!

Du wolltest schon immer mal spanisch lernen, und das am besten in Spanien? Kein Thema, mach einfach einen Bildungsurlaub!

Ein Bildungsurlaub ist eine vom Staat geförderte Weiterbildung, die JEDEM Arbeitnehmer mit 5 Tagen im Jahr zusteht. Du kannst nicht genutzte Tage auch mit ins nächste Jahr nehmen.

Lern was DU willst!

Das allerbeste ist, dass du dir deine Weiterbildung komplett selbst aussuchen kannst. Du hast die Chance mal etwas ganz neues zu lernen! Also sind Sprachkurse in anderen Ländern auch absolut drin!

Während deiner Weiterbildung erhältst du dein Gehalt weiterhin! Die Kosten für die Weiterbildung, Anreise und Unterkunft musst du normalerweise selbst tragen. Aber mit ein paar guten Argumenten und etwas Glück kannst du deinen Chef vielleicht davon überzeugen sich an den Kosten zu beteiligen.

Da es sich um ein gesetzlichen Anspruch handelt, musst du deinen Arbeitgeber theoretisch nicht um Erlaubnis fragen. Aber der Fairness halber sollte man sich vorher schon abstimmen. Du musst aber mindestens sechs Wochen vor Beginn der Weiterbildung alle Formulare bei deinem Arbeitgeber eingereicht haben.

Hier gibt´s alle Infos: www.bildungsurlaub.de

Nimm dir unbezahlten Urlaub!

Du willst ein, zwei oder drei Monate am Stück Urlaub machen? Durch das Outback von Australien roadtrippen oder Schildkröten auf den Seychellen retten?

In anderen Ländern ganz normal, wird in Deutschland davon (noch) kaum Gebrauch gemacht: Der unbezahlte Urlaub! Dabei ist es eine super Sache um sich eine Auszeit zu nehmen und meist auch nicht so problematisch durchzusetzen.

Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch, aber wenn du gute Argumente findest und nicht komplett unentbehrlich in deinem Job bist, kannst du mit deinem Chef eine Freistellung aushandeln. In dieser Zeit ruht das Arbeitsverhältnis, du erhältst also kein Gehalt. Die vertraglichen Regelungen zum Kündigungsschutz, Kündigungen oder Urlaub bleiben aber bestehen. Du hast ein Recht auf Rückkehr und darfst in deiner Abwesenheit also nicht entlassen werden.

In den ersten 4 Wochen des unbezahlten Urlaub ist dein Arbeitgeber dazu verpflichtet deine Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen. Nach dieser Zeit musst du dich in vollem Umfang selbst darum kümmern.

Wichtig: Informiere deine Krankenkasse über deinen unbezahlten Urlaub, sonst kann es passieren das du deinen Versicherungsschutz verlierst.

Mach ein Sabbatical!

Früher dachte ich immer dieses „Sabbathjahr“ gibt es eigentlich nur für Beamte, höchstens noch für Arbeitnehmer aus sozialen Berufen. Aber so ist es nicht! Ein Sabbatical kann theoretisch jeder machen. 

Einen gesetzlichen Anspruch gibt es darauf aber nicht, du musst es mit deinem Arbeitgeber aushandeln. Es gibt im Grunde zwei Arten des Sabbaticals. Ich nenne sie einfach mal:

1. Das unbezahlte Sabbatical
2. Das bezahlte Sabbatical

Beim unbezahlten Sabbatical ist es eigentlich genauso wie beim unbezahlten Urlaub. Dein Arbeitsvertrag bleibt bestehen, aber du erhältst keinen Lohn mehr und musst dich selbst um Sozialabgaben und Versicherungen kümmern. Das kann ganz schön ins Geld gehen und du brauchst ein finanzielles Polster um alle Abgaben, zusätzlich zu Reisekosten, aufbringen zu können.

Das bezahlte Sabbatical ist wiederum ähnlich zu dem oben beschriebenen Teilzeitmodell. Du arbeitest mehr als du musst und sammelst dadurch Zeit an, die du dann wieder abfeiern kannst. Ein kleines Beispiel: Du arbeitest ganz normal 40 Stunden/Woche, lässt dich aber nur noch für 26 Stunden bezahlen. Nach 2 Jahren hättest du soviel Zeit angespart, das du ein ganzes Jahr lang freigestellt werden kannst. Der Vorteil ist ganz klar, dass du während deiner Auszeit weiterhin Gehalt bekommst und alle deine Versicherungen gezahlt werden. Durch den Verzicht auf 100% Gehalt musst du deine alltäglichen eventuellen Ausgaben etwas minimieren.

In größeren Unternehmen nennt sich dieses Sparmodell Langzeitarbeitskonto. Du kannst hier auch nicht gebrauchte Urlaubstage sparen. Ansonsten ist alles gleich.

Mehr zum Sabbatical: sabbatjahr.org

Unser Fazit

Wie du siehst, ist es eigentlich ganz einfach. Mit ein paar Überstunden kannst du über das Jahr hinweg Urlaub anhäufen. Selbst der Staat unterstützt dich mit dem Angebot des Bildungsurlaubs! Als Vollzeitjobber hat man also doch die eine oder andere Möglichkeit mal länger rauszukommen. Du musst es nur machen! Niemand wird das für dich tun.

Wir hoffen, dass du mit diesen Anregungen die Möglichkeiten erkennst und vor allem auch wahrnimmst! Das Leben besteht nicht nur aus Arbeiten (es wäre schrecklich wenn es so wäre)! Wir müssen auf uns Acht geben, eine gute Balance finden, wir haben nur ein paar Jahre auf diesem blauen Planeten. Es wäre Zeitverschwendung diese Welt voller Wunder nicht gesehen zu haben.

Auch interessant: Kein Geld? So klappt´s trotzdem mit der nächsten Reise!

Madlen

Ich bin 32 Jahre alt, lebe und arbeite in Dortmund. Ben und ich versuchen so oft es geht die Welt zu entdecken und euch an all den schönen Orten teilhaben zu lassen.

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2 Kommentare
  • Also, ich bin ja auch so jemand, der schon früh anfängt, auf seinem Kalender einzutragen, wie er im nächsten Jahr am meisten Urlaub haben kann. Mit 24 Urlaubstagen war ich immerhin 60 Tage unterwegs dieses Jahr. Und da kann ich nur sagen: Teilzeit arbeiten ist eindeutig das Beste, was man da tun kann 😉 Ich habe eine vier Tage Woche und damit sowieso immer ein langes Wochenende. Das ist hervorragend für Trips in der nicht allzufernen Umgebung. Wenn Freitag dann noch ein Brückentag ist – umso besser. Und wegen der dann fehlenden Finanzen: Ich habe einen Nebenjob, den ich dann frei einteilen kann und auch abends machen, so dass ich das, was ich aufgrund der Teilzeitarbeit „verliere“, fast wieder reinkriege.
    Dafür kann ich leider keine Überstunden sammeln und ganze Tage damit frei nehmen 🙁
    Na, man muss Abstriche machen 😉

    LG, Ilona

  • Hallo Ilona,
    60 Urlaubstage! Wahnsinn! Von Dir kann man sich noch was abgucken. 🙂 Ich finde dein Arbeit-Leben-Konzept super, vielleicht trau ich mich auch bald in die Richtung zu gehen.

    LG, Madlen